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Bach mal drei

20.10.2015 Leipziger Volkszeitung

Blüthner Classics eröffnen die renovierte Kongreßhalle Leipzig nun auch musikalisch

Von TorsTen Fischer Endlich: Nach über 25 Jahren Dornröschenschlaf wurde die Kongreßhalle am Zoo Sonntagabend auch musikalisch zu neuem Leben erweckt. Was passt da besser, als die ehemalige Heimstatt des Gewandhausorchesters mit Kompositionen der zwei berühmtesten Musik-Söhne dieser Stadt – Bach und Mendelssohn – zu eröffnen?

Die veranstaltende Alfred-Reinhold-Stiftung holte sich für Sonntagabend mit
ihrer Konzertreihe Blüthner Classics unter dem Titel „Bach auf drei Flügeln“ drei
der derzeit führenden Pianisten Frankreichs ins Boot. So demonstrierten Anne
Queffélec, Eliane Reyes und Stephanos Thomopoulos in Begleitung des Mendelssohn Kammerorchester Leipzig (MKO) unter der Leitung von Peter Bruns am Cello eindrucksvoll, dass Bach sich in seinen Klavierkonzerten nicht nur mit einem Soloinstrument zufrieden gab.

Dicht gedrängt ging es im Foyer zu: Knapp 1000 Leipziger bestaunten das
wiederhergestellte Jugendstil-Ambiente ihrer 1900 gebauten Kongreßhalle, die
zahlreiche Bürger noch selbst mit prägenden Konzerten und Kulturveranstaltungen
verbinden.

Den Auftakt bestreitet das MKO zunächst allein mit Mendelssohns Sinfoniesatz
c-moll für Streichorchester. Vom Namenspatron des Orchesters 1823 geschrieben,
verrät es mit den energisch einsetzenden Streichern im Stile eines Kanons seine intensive Beschäftigung mit dem großen Vorbild Bach. Und so ist es dramaturgisch geschickt, Bachs Konzerte für ein bis drei Klaviere (BWV 1056, 1060, 1062, 1063) anzuschließen. Auch Mendelssohn verhalf Bachs Werken mit den musikalischen Mitteln seiner Zeit zu einer strahlkräftigen Renaissance.

Queffélec, Reyes und Thomopoulos färben auf ihren Instrumenten die anspruchsvollen barocken Passagen eindrucksvoll und vermitteln, mit welcher Virtuosität Bach dem Klavierkonzert den Weg ebnete. In wechselnden Besetzungen werfen sich die Pianisten die feingliedrigen Passagen der Bachschen Konzerte zu, greifen sie mit Schwung und innerer Spannung auf – ein fein gewebtes Klavier-Gespräch. Durch ihre gereifte Spielkultur lassen die Franzosen beinahe vergessen, dass Bach die Werke einst für das silbern klingende Cembalo schrieb.

Den herzlichen, langen Beifall beantworten die Musiker mit der Wiederholung
des zarten Mittelsatzes aus dem Konzert für drei Klaviere. Bach mal drei
machte Lust auf mehr.

Leipziger Volkszeitung