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Reviews

Der Klavierabend mit Eliane Reyes belohnte denn auch das autgeschlossene Publikum mit einer wunderbar kompakten und in sich äußerst stimmigen Präsentation

January 5 2012 Ebersberger Zeitung (Münchner Merkur)

Belwrndernswerkto mpakt und äußersts timmig

Ebersberg – Blättert man das Programm des Klavierzyklus durch, so kann man feststellen, dassi n dieser’Saisonb esonderes
Göwicht auf Werke nicht oder weniger bekannter Komponisten gelegt wird.

Der Mut dazu ist erfreulich und spricht die Neugier und Offenheit der Besucher dfl, denen manch eingefahrene Programmgestaltung zu eng wird.

Der Klavierabend mit Eliane Reyes belohnte denn auch das autgeschlossene Publikum mit einer wunderbar kompakten und in sich äußerst stimmigen Präsentation.
Sie führte von der Kurzform zu den umfangreicheren Werken und begann mit Ravels ,,Menuet sur le nom de Haydn ».

Für Liebhaber,vom ,,Rätselspaßd es Tages »: Man muss die diatonische Tonleiter bei A beginnen, damit die Gebrauchsanweisung aus dem Programmheft greift.
Dann kommt man auf die Tonfolge H-A-D-D-G, die auch deutlich in dem kurzen, charmanten Stückchen hörbar ist.

Drei Nummern aus Alexandre Tansmans 24 Intermezzi (eine vierte als Zugabe) müteten mit nicht zu scharfen Dissonanzen eher konservativer an als Ravels Stücke, wobei das ,
Allegro scherzando » an Prokoffieff denken ließ.
Zuerst war man versucht, die kurzen Stücke als ,Aufwärmphase » anzusehen, wurdaber bald eines besseren belehrt, da Eliane Reyes vom ersten Ton an zu voll entfalteter
Spielform fand. Sie zeigte sich in einem ungemein weichen Anschlag im Piano und den mittleren Lautstärken, wie auch in wohldosiertem Forte, das aber jederzeit angesagte
Kraftausbrüche erlaubteund trotzdem den Flügel als Partner respektierte.

Eine ideale Ausgangssituation für ,Jeux d’eau » von Ravel:
bildhaftes Wasserplätschern, -glitzern und -perlen, das wir ähnlich schon im letzten Konzert mit Liszts ,,Wasserspiele der Villa d’Este » erleben durften, wobei das impressionistische
Werk noch mehr mit Tonmalerei arbeitet. Das bildhafte Erleben wurde weiter gesteigert in Chopins f-moll-Ballade, die Eliane Reyes ausgesucht und sorgfältig durchgestaltet als spannende Erzählung inszenierte
– und damit das Werk so interessant machte, dass man nachvollziehen kann, wie der italienische Schriftsteller R. Cotroneo in seinem Roman , Die verlorene Partitur » das Stück zum zenlralen Inhalt des Buches machte.
Ein Videoclip zu Reyes’Interpretation wäre geradezu überflüssig.

Hier war reinster Chopin zu hören mit einer Menge Stilnuancen von der Mazurka über das Nocturne und die Polonaise, jederzeit gut differenzierbar und trotzdem in sich und mit den anderen
Werken dieses Abends verschmelzend. So wirkte Debussy gar nicht weit entfernt von Chopin, so führten die wiederum sehr bildhaften Titel (…Glocken,… Mond,…Fische . . . )
aus ,Images » konsequent weiter zu l’Isle joyeuse, einem alle Schwierigkeiten des Klavierspiels beinhaltenden Sttick.

Alles gehörte irgendwre zusarnmen, zergLe gegenseitige Befruchtung und Einflussnahme. Kernstück des Abends war allerdings Nicolas Bacris Sonate Nr.2 als deutsche Erstaufführung. Eine Ehre für den Kulturverein und für Ebersberg.Das Werk ist noch nicht im Druck erschienen, die Pianistin spielte nach Noterl, hatte es auch uraufgeführt. Die beeindruckende Sonate mit dem immer wieder in Erscheinung tretenden Thema des ,
Adagio doloroso » besticht durch einen sehr attraktiven Klavierstil, der sich laut Aussage der Künstlerin an deutscher Klaviermusik orientiert.

Präzise Artikulation sowohl in Legato- als auch in hämmernden Staccato-Passa- B€fl, einige hervorblitzende Jazz-Elemente,
perlende Girlanden und Schleifchen in den hohen Lagen und vieles mehr charakterisieren das hochinteressante Stück. Einer authentischen Interpretation durfte man ganz sicher sein: Der Komponist stand sozusagen bei der Einstudierung immer neben der
Pianistin.

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